1 Monat ohne Auto – Wie geht’s eigentlich mir?

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1 Monat is es also her – vor gut einem Monat, also Mitte Dezember, hab ich mein geliebtes Uralt Audi Cabrio verkauft…

Seither:

  • bin ich im Waldviertel gewesen um bei den Schwiegereltern Weihnachten zu feiern
  • hab ich mehrfach meine Eltern in Leopoldsdorf besucht
  • hab ich meine Jahreskarte im Fitnesscenter am Fuße des Wienerbergs 12x genutzt
  • war ich mehrfach mit meiner Band in Simmering im Proberaum Musik machen.

All das sind genau diese Strecken die ich im Normalfall mit meinem Auto gefahren wäre. Jetzt geht das nicht mehr und das lustige is: es war überhaupt kein Problem!

Der Verwandtschaftsbesuch wäre schon die schwierigste Ausfgabe gewesen, allein schon wegen der Anzahl an Geschenken die man fürs Christkind mitnehmen muss. Da wars natürlich hilfreich dass meine Freundin ein Auto aus der Firma verwenden konnte und ich mitfahren. Auf der anderen Seite ist das reine Bequemlichkeit. Göpfritz – das Ziel unseres Waldviertelbesuchs – verfügt nämlich über einen mondänen Bahnhof und eine sehr gute Anbindung nach Wien auch mit dem Bus. (damit mein Schwiegerpapa glücklich is: Es handelt sich um den höchstgelegenen Bahnhof an der Franz-Josephsbahn) Und vor Ort, um auch alle Tanten glücklich zu machen, hätte man genausogut Fahrgemeinschaften gründen können, was aber im Waldviertel eher nicht so gut ankommt, es hat ja jeder mindestens ein Auto.

Der Besuch meiner Eltern in Leopoldsdorf war da um einiges leichter. Einerseits habe ich das schöne Wetter am 2. Jänner genutzt und bin sogar mit dem Rad gefahren, auf der anderen Seite hab ich mich in die Schulzeit zurückversetzt gefühlt, da bin ich auch immer mit dem Bus gefahren und das war kein Problem. Man muss sich halt an den Busfahrplan halten, aber das kriegt man recht schnell ins Gefühl.

Das Fitnesscenter beim Budo-Center am Fuße des Laaerbergs ist einer der Plätze in Wien die nur sehr schlecht erreichbar sind. Entweder mit einem Bus (65A) der nur wochentags und das dann auch nur stündlich (sic!) vom Reumannplatz fährt, oder mit dem Bus der Wiener Lokalbahnen der auch eher in den Bereich der Zufallsfahrplans fällt…oder eben mit der Badner-Bahn bis Gutheil-Schodergasse. Ich habe bisher in Sachen öffentlicher Verkehreigentlich nur letztere Option getestet und die haut gut hin. Wenn ich’s eiliger habe oder an schlechter erreichbare Orte der Stadt will gibt’s auch die Car2go Option, 500m neben dem Fitnesscenter beginnt der Car2go Bereich.

Der Proberaum in Simmering ist ebenfalls am AdW. Endstation U3 und dann noch mit dem Bus und dann noch gehen. Is aber prinzipiell nix neues, bei der Probe wird dann doch manchmal Bier getrunken und da is Auto dann eh keine gute Idee. Also kannte ich den Weg schon…

Fazit: Es geht!
Es ist bequemer sich ins Auto zu setzen und einfach loszufahren, aber die Fahrt mit den Öffis macht mehr Spaß wenn man die paar Minuten mehr einplant die es schon dauert (meistens, je nach Stau). Man kann lesen, bewusst Musik hören (bin – seit ich nicht mehr Auto fahre – Spotify Premium User, tausche quasi Sprit gegen Musik) und ich für meinen Fall komme auch bewusster und länger zum sporteln weil ich nicht einfach gehe wann ich will, sondern noch 1-2 Übungen extra mache, damit ich dann nicht auf die Badner Bahn warten muss.
Edit: Ein bissl ärgere ich mich dass ich mein Radl vor 3 Wochen eingewintert hab. Die Temperaturen der letzten Wochen wären echt kein Problem gewesen…

Carsharing in Wien – carsharing.at

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Nachdem ich in meinem vorletzten Artikel schon über die Anmeldemodalitäten bei Car2go geschrieben hab, hier jetzt also Teil 2. Carsharing.at (auch bekannt als Zipcar oder ehemaliges Denzeldrive Carsharing)

Carsharing.at – die Anmeldung

Hier war es mit Sicherheit die einfachste, wenn auch unpersönlichste Anmeldung. Online registrieren, Produkt auswählen (hier genieße ich als Wiener Linien Jahreskartenbesitzer die Aktion mit der erlassenen Jahresgebühr, wäre das nicht so hätte ich mich niemals angemeldet) und der Rest funktioniert dann via eMail bzw. Post. Der heruntergeladene Vertrag wird unterschrieben, der Führerschein daheim eingescannt und die Kundenkarte – die auch hier glichzeitig der Autoschlüssel ist – kommt per Post. Danach kann man sich online einloggen, Autos reservieren etc…simpel, wenn auch durch den Postweg ein bisschen langsam. Das war’s!

Ein Anbieter fehlt mir noch – Flinkster. Aber man soll ja nicht gleich alles auf einmal rausschießen! Kommt in den nächsten Tagen!

Carsharing in Wien – Car2Go

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Es ist soweit…hat ein bissl gedauert bis ich bei allen 3 nennenswerten Carsharing Anbietern angemeldet war, aber jetzt bin ich stolzer Besitzer von 3 Kundenkarten die mir allesamt Autos aufsperren können.

Warum es so lang gedauert hat is auch gleich der erste Punkt über den ich schreiben will. Die Anmeldung zu den einzelnen Systemen ist teilweise unnötig deppat unterschiedlich schwierig.

Car2Go ist wohl der bekannteste Anbieter – deswegen fang ich auch damit an. Die mittlerweile knap 600 Smarts sind aus Wien nicht mehr wegzudenken, was man besonders daran merkt dass schon darüber geschimpft wird – erst dann ist nämlich in Wien eine Sache akzeptiert.

Die Anmeldung erfolgt via Homepage, online Anmeldedaten angeben, registrieren und dann persönlich im Shop erscheinen um die Zugangskarte abzuholen. Und da gehts los…Wenn es eine geniale Guerillamarketingstrategie ist die ich nicht kapiere (um auf die Nachteile des öffentliche Verkehrs hinzuweisen vielleicht?) möchte ich mich entschuldigen, dann ist das bitte nicht ernstzunehmen. Falls nicht – und davon gehe ich egentlich aus – ist es schon seeeehr komisch warum man ein Stadtbüro in einen der hässlichsten und mies erreichbaren Teile Wiens setzt.

Ist man einmal angekommen fühlt man sich gleich einmal in die Fahrschule zurückversetzt. Mit dem Unterschied dass hier kein alternder Fahrlehrer sondern ein Hipster den Unterricht macht. Die „Kurse“ (wie man fährt mit einem Automatik-Smart!!!) werden offenbar erst nach Erreichen einer Mindestteilnehmeranzahl gegeben. Bei mir waren es 3 Neukunden die dann zu perfekt einstudierten Standardsätzen und einem Nespresso Kaffee auf einer weissen Lederimitatscouch den Ausführungen des Carsharing-Hipsterlehrers lauschen durften. Gegen Vorweis des Führerscheins erhält man dann die Membercard und wird nach zahlen der 19€ Registrierungsgebühr in die Carsharing Freiheit entlassen. (Das Auto das vor dem Shop steht ist nur ein Testauto!! Das kann man nicht ausborgen!!)

Fazit: Warum man in den Shop fahren muss weiß ich nicht, man könnte (wie bei einem Konkurrenzanbieter, aber dazu später mehr) den Führerschein auch scannen und mailen, die Einschulung via Youtube machen und die Membercard zuschicken, also ein bissl unnötig kompliziert, vor allem weil der Shop am AdW ist…abgesehen davon: Passt!

Warum überhaupt ohne Auto? – Die Kosten

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Es klingt jetzt vielleicht abgedroschen, aber:

Das Auto is a Sparkassa!

Folgendes Rechenbeispiel aus den 2 Jahren 2011 und 2012 soll das näher erläutern:

(eigentlich wollte ich in diesem Beitrag über Carsharing in Wien schreiben, aber ich bin draufgekommen dass ich vielleicht noch den dritten Anbieter „Flinkster“ zum Vergleich hinzuziehen sollte…die sind ein bissl kompliziert und schicken nicht gern die Mitgliedskarte, daher dauerts noch)

  • Bei einer (bei mir) typischen Laufleistung von 5.000km pro Jahr, entspricht das in etwa 5-6x Tanken pro Jahr mit meinem Ex-Auto. (60l Tank, 6-7l/100km Verbrauch). Rechnen wir einen durchschnittlichen l-Preis beim Diesel von 1,350€ kommen wir auf 405€ – 486€.
  • Mein Auto war Bj 1999, hier ist eine Kasko Versicherung nicht mehr sinnvoll, also reine Haftpflicht. Kommen wir (Uniqa, Prämienstufe Null) bei einem 66KW/90PS Auto auf 700€ Pro Jahr inkl. motorbezogene Steuer.
  • Autobahnvignette 2011: 76,50€; Vignette 2012: 77,80€
  • Parkpickerl Margareten: 2011: 120€; 2012: 120€
  • §57a Überprüfung, Service und Reparaturen, Reifen: (2011 und 2012 war 2x das Pickerl fällig, 1x Ölwechsel, 1x Zahnriemenwechsel nach 120.000km, 1x Bremsen komplett, 4x Reifen umstecken plus Depot) 2150
  • Parken in Wien (außerhalb der eigenen Parkpickerlzone 4+5): 50€ pro Jahr
  • Dazu noch Kleinigkeiten wie: Waschstraße, selbst polieren, Lamperln, Scheibenwischblätter, Scheibenwaschflüssigkeit, neues Autoradio… : 200€

Grob zusammengerechnet komme ich jetzt also auf (im schlechtesten Fall bei mehr Stadtfahrten) 5216,3€ für 2 Jahre, also rund 2600€ pro Jahr. Also Auto alles Inklusive.

Was hier noch nicht mitgerechnet ist:

  • Ich besitze eine Wiener Linien Jahreskarte (365€ pro Jahr)
  • Ich bin begeisterter Radfahrer (bei angenehmem Wetter – Laufleistung etwa 800km pro Jahr)

Wenn ich mir das so durchlese – auch für mich war es das erste Mal dass ich das an tatsächlichen Preisen von Rechnungen etc. ausgerechnet habe – ist es fast unverständlich dass ich seit 12 Jahren fast durchgehend Autobesitzer war. Der einzige Grund für ein Auto (in der Stadt) ist der bei weitem noch nicht perfekte Ausbau der Öffis, vor allem in die Peripherie.
Wer allerdings klug is und logistisch nicht ganz blöd, kann selbst mit regelmäßigen Taxifahrten zumindest sich selbst ein bissl, der Umwelt ein ganzes Auto in der Erzeugung, Verwendung und Verwertung ersparen…