Digitalradio in Österreich – Viel, aber (noch) keine Vielfalt

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„Mit dem heutigen Tag ist ein wichtiger Meilenstein erreicht…“

„Das Radio der Zukunft ist in der Luft“

„Digitalradio bringt eine neue Vielfalt“

Am 28.5. ist – nach mehrmaliger Verschiebung – Digitalradio auch in Österreich angekommen. Vorerst im Testbetrieb. Vorerst einmal nur im Großraum Wien. Trotzdem können wir uns ja schon einmal anschaun was denn da auf uns zukommt. Gleich vorab: Im Osten nichts neues. Wenn DAS Digitalradio ist, hat niemand drauf gewartet…

Wer kann es empfangen?

Nur Personen mit DAB+ Empfangsgeräten. Irgendwie logisch. Wie viele das in Österreich sind ist nicht klar – orientieren wir uns jedoch an unserem Nachbarland Deutschland, so hat der durchschnittliche Bürger knapp 4 UKW Radiogeräte im Haushalt. DAB+ fähige Endgeräte hingegen finden sich bei jedem 20sten Bürger, also bei knapp unter 5% (Quelle: Digitalisierungsbericht 2013).

Ein DAB+ Gerät in der günstigsten Version kostet ab 25€, aber auch diese Summe sollte sich rentieren.

Was habe ich von DAB+?

neue Vielfalt

Ähm…Nein. 15 Programme sollten es sein (Ich kann auf meinem DAB+ Endgerät nur 13 empfangen) und zwar folgende:

DAB ProgrammeDazu kann ich nach 3 Tagen Hörrecherche sagen:

    • Keins dieser Programme gibt es nicht auch als Livestream im Netz
    • Der Großteil der Programmveranstalter bespielt sein DAB+ Programm ganz einfach mit dem UKW Livestream bzw. mit bereits im Netz verfügbaren Webradios
    • Zum Großteil wird eine Musikplaylist ohne Content geliefert. Also genau das, was es via Spotify, etc…schon längere Zeit gibt. Auch kostenlos.

Bessere Empfangsqualität

Jein.

Es stimmt natürlich dass es beim Digitalradio – anders als bei der UKW Übertragung – nur Empfang oder keinen Empfang gibt. Also Rauschen ist von gestern. Bleibt die Frage ob im Zweifelsfall nicht ein leichtes Rauschen besser ist, als gar kein Signal wenn gerade ein spannender Beitrag läuft.
Nachdem seitens der Programmmacher aber offenbar ohnehin nicht auf Inhalte, sondern Musik gesetzt wird ist diese Frage obsolet. Bleibt also die Übertragungsqualität als Kriterium und – verzeihen Sie die Ausdrucksweise – da kackt DAB+ so richtig ab.

Um nämlich die hochgepriesene Vielfalt erst möglich zu machen – rein technisch können auf einer Frequenz auf der bisher nur 1 UKW Sender Platz hatte gleich 18 digitale Programme senden – ist eine Veränderung der gesendeten Datenmenge notwendig. Diese Veränderung hat zur Folge dass keiner der Programmveranstalter von DAB+ in Österreich mit einer Qualität oberhab von 72kb/s sendet, was – gelinde gesagt – nicht einmal für Schweinsohren ohne Sinn für Musik ansatzweise erträglich ist.

Zum Vergleich: Kaum ein Internetradio sendet heutzutage noch unterhalb von 128kb/s, selbst die von den selben Programmmachern parallel im Netz ausgestrahlten DAB+ Programme kommen online auf eine bessere – weil höhere – Klangqualität als over the air. (Bsp.: Radio Melodie sendet via DAB+ in 72kb/s, online jedoch mit 128kb/s)

Update, 1.6.2015, 15:20:
Alexander Seiberler hat mich via FB auf einen Recherchefehler hingewiesen, was meinen Vergleich der Kodierung angeht. Hier seine Kritik:

Alex Krtik

Somit liegt die subjektiv empfundene schlechte Klangqualiät eher an meinem Endgerät als am Kodierungsverfahren. Oder aber es liegt an einer doppelten Kompression, da das Musiksignal an sich ja bereits mit einem bestimmten Verfahren digitalisiert wurde und im Anschluss erneut für die Ausstrahlung via DAB+ komprimiert wird.

Mehr Zusatzdienste und Interaktivität

Nein – für den momentanen Testbetrieb.

Ja – für die Zukunft, wenn sich DAB+ über den Testbetrieb etablieren kann. DAS wäre u.a. möglich:

  • Infos zu Verkehrslage
  • Plattencovers
  • Interpreteninfos
  • Record-Funktion und zeitversetztes Radiohören
  • Programmergänzende Infos können via Radiodisplay angezeigt werden

Mein Resümee

So wie DAB+ derzeit in Österreich (Zugegeben: seit wenigen Tagen…im Testbetrieb…) gemacht wird bringt es keinen Vorteil. Gar keinen.

Ich stelle einmal die gewagte Behauptung auf dass es keinen DAB Haushalt in Österreich gibt, der nicht auch über einen Internetanschluss verfügt.
Ich gehe sogar noch weiter: Ich denke dass es keinen DAB User (bewusst nicht „Hörer“) gibt, der nicht auch das gesamte in Österreich verfügbare Programm an DAB+ Sendern unterwegs am Smartphone via Netz hören kann. In besserer Qualität. Mit sämtlichen Zusatzinfos, die DAB+ jetzt im Testbetrieb noch nicht einmal liefert. Ohne zusätzliche Anschaffung eines Endgeräts.

Weiters denke ich, dass restlos alle Personen, die wissentlich über ein DAB+ Empfangsgerät verfügen, rein von den technischen Fähigkeiten auch in der Lage sind ihr Smartphone mit dem Autoradio via Bluetooth oder analog via AUX Anschluss zu koppeln, was eine automatische Implementierung von Webradio ins Fahrzeug bedeutet.

Wozu also Digitalradio? Ich weiß es nicht, bin aber gespannt. Ich hab mir ja eins gekauft, so wie geschätzte 3 andere Menschen in Österreich…oder vielleicht sind es mittlerweile schon 4.

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Danke, Amazon!

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Keine Sorge, das wird kein Amazon Bashing…das überlasse ich Anderen.

Ganz im Gegenteil! Ich bedanke mich bei Amazon. Für ein Geschenk. Es ist nämlich folgendes passiert:

Der Postler bringt 2 Pakete. Eines, das ich bestellt habe, und eines – es ist viel größer – von dem ich nicht weiß was es ist. Aber nachdem mein Name und meine Adresse drauf steht, wirds wohl für mich sein –> Aufmachen –> Staunen! Ein Kärcher Asche- und Trockensauger.

Amazon

Ja, ich habe einen kleinen Schwedenofen und auch einen Griller. Und eine dreckige Wohnung auch manchmal. Also kann ichs brauchen, aber bestellt hab ichs nicht.
Auch meine Partnerin nicht für mich als Weihnachtsgeschenk (Wäre aber eine super Idee gewesen) und auch nicht meine Schwester (Nachbarin) um das Ding als Überraschung vor meinem Schwager (er ist neidisch) zu verstecken.
Also muss es wohl ein Geschenk von Amazon sein. Oder vielleicht doch ein Fehler? Hmmm…was tun? Folgende Probleme tauchen auf:

  • In meinem Amazon Konto scheint das Ding nicht auf
  • Weder Kreditkarte noch Konto zeigen eine Abbuchung für das Produkt
  • In meinem Emaileingang befinden sich keine Mails von Amazon, die auf eine irrtümliche Bestellung schließen lassen könnten
  • Es liegt keine Rechnung bei (das macht Amazon ja nicht mehr)
  • Amazon hat keine Telefonnummer
  • Mailen ist mir zu blöd, ich hab ja keinen Schaden
  • Einfach zur Post gehen und das Ding zurückschicken…nein…viel zu groß und zu schwer

Also?

Warten! Nachdem Amazon ohnehin alles verfolgt was ich so mache, dürfen sie sich auch hier drumkümmern! Also Amazon:

Ihr habt ja meine Daten!

RUHE, Eltern!!

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Kurz zum Status Quo: Ich werde Papa. Wenn sich das Mädl an Termine hält wirds am 30.12. sein…(jetzt darfst Du kurz „Neujahrsbaby“ denken – bist natürlich der Erste dem das aufgefallen is)

Ich freue mich drauf. Ich bin unendlich gespannt darauf wie das is, ab dann nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich zu sein. Und ich bin wahnsinnig neugierig, was das für ein Mensch wird, den ich da mit meiner Partnerin in die Welt setze.

Worauf ich aber genau NICHT neugierig bin, sind Warnungen von Eltern…ich werde kurz aufzählen was man ständig zu hören bekommt:

  • Genieß‘ das Ausschlafen!!
  • Ja, wart nur auf den Jänner, da wird dann alles anders…
  • Also Ruhe hast dann keine mehr, nütz das jetzt noch aus!
  • Geh viel fort am Abend, das machst dann laaang nicht!
  • Ja, Eure Individualurlaube könnts Euch abschminken! Ab sofort gibts Cluburlaub mit Kinderdisco!!
  • Na ich bin gespannt auf Deine Augenringe…

etc….

Liebe Eltern, die solche Dinge sagen: RUHE! („Gusch!“ war mir zu hart, wollt ich aber eigentlich sagen)

Was bringt Euch das? Wie soll ich das verstehen?
Wenn Ihr Euch eine neue Wohnung nehmt, sag ich doch auch nicht

„Na wart nur was da für Reparaturen auf Dich zukommen!“

wenn Ihr in den Urlaub fahrt, sag ich auch nicht

„Na freu Dich schon mal auf die Verdauungsprobleme und das Krankenhaus in Ägypten!!“

und wenn Ihr Euch ein neues Auto kauft, sag ich auch nicht

„Na ich bin gspannt auf Deinen ersten Unfall…“

Also warum drängt Ihr mir Euren Pessimismus auf? Mehrere Optionen einer Antwort drängen sich mir auf…

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Ma greift ned afoch einem fremden Mädl am Oasch…

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…tut man nicht…nie…gar nicht!

Wer das – wie ein gesunder Mensch es sollte – als selbstverständlich sieht –> Bitte aufhören zu lesen! (oder sich zumindest nicht angegriffen fühlen)
Aber wenn via Zufall dieser eine Typ, der gestern beim Thirty Dancing im Volksgarten im Vorbeigehen meiner Begleitung einfach so auf den Hintern gegriffen hat (und beim umdrehen auch noch grinsend „Ich war das“ hinterhergerufen hat), in der Leserschaft dabei is…

Du respektloses Voll-Ei!! Deine Lieblingsfussballmannschaft soll absteigen!!

Und ich reg‘ mich darüber jetzt nicht auf weil ich ein hilfloses Geschöpf als Begleitung gehabt hab und ich als Retter in der Not einzuspringen unterlassen habe (weil ich einfach baff war)…ganz im Gegenteil!
Sie hätte sich – wenn der Typ nicht so schnell weggewesen wäre – schon selbst zu helfen gewusst, dazu braucht sie nicht mich.

Was mich an der Sache stört ist u.a. folgendes:

    • Verallgemeinerungen sind keine Seltenheit. Also wäre es nur logisch, dass durch so einen primitiven Grapschversuch der nächste potenzielle Kandidat erst gar nicht in die Gelegenheit kommt seine positiven Seiten gegenüber meiner Begleitung auszuspielen weil „Männer ja eh immer nur grapschen“. Oder kurz gesagt: Der eine Trottel ruiniert den Ruf von uns Männern! Das brauch ich echt nicht…

 

    • Ich steh daneben! Ich bin mit 1,96m jetzt nicht unbedingt unauffällig klein…okay, man könnte an der Körperbreite arbeiten, trotzdem denke ich zumindest im Wahrnehmungsbereich des Oaschgreifers gewesen zu sein. Und trotzdem greift er meiner – und es hätte auch meine Freundin gewesen sein können – Begleitung an den Hintern. Is so ein Griff echt die Gefahr einer Watsch’n wert? Von ihr wie von mir?

 

  • Was bringts eigentlich? Welchen Sinn hat es, einem Mädl (das man auf die Art wohl kaum zu mehr einvernehmlichen Berührungen animieren wird) auf den Hintern zu greifen? Wenn ich das als Ziel des Abends habe, versuche ich es doch auf den netten Weg! Oder gibt es tatsächlich Mädls die solche Anmachen mögen? Ich werds nicht kapieren…

Heute tu ma ned Arbeit suchen, heute füll‘ ma den Antrag aus!

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Die Arbeitslosigkeit in Wien ist so hoch wie noch nie! Ich kann diesen Satz nicht mehr hören…vor allem weil ich im Mai selbst beim AMS gemeldet war. Und genau davon würde ich gerne berichten. Weil ich nicht anders kann.

Mit Ende April ist mein Dienstverhältnis bei Radio Arabella ausgelaufen (Auch wenn das die Ex Firma technisch noch nicht ganz überrissen hat) und nachdem ich als studierter Musikwissenschafter und gelernter Radiomann bei der Jobsuche – nobel ausgedrückt – nicht so aus dem Vollen schöpfen kann, aber eigentlich keine Sekunde dem Staat auf der Tasche liegen wollte, hab ich mir online einen Früh-Termin bei meinem zuständigen AMS ausgemacht. Knapp 1 Woche bevor ich tatsächlich den Stempel „Arbeitssuchend“ aufgedrückt bekommen habe.
Wer weiß, vielleicht ist das Arbeitsmarkt-Service ja ein bissl in Übung was die Jobsuche angeht und zaubert einen Job aus dem Hut mit dem ich die Zeit überbrücken kann um selbst etwas zu finden, das meiner Qualifikation entspricht.

Naive Annahme, das weiß ich jetzt auch.

Damals allerdings hab ich – blauäugig wie ich war – all meine Zeugnisse und bescheinigten Fähigkeiten – vom Heeresführerschein bis hin zur Hygieneschulung nach HACCP Standards – in Klarsichthüllen gepackt und bin zum Termin marschiert. Sogar im Sakko! (Man will ja einen guten Eindruck machen) Und was dann passiert ist, hat mich – gelinde ausgedrückt – so was von fuchsteufelswild gemacht dass ich versucht war dem beim AMS anwesenden Security einen Grund zum Einschreiten zu geben.

Ich komme an, 5 Minuten vor der Zeit, werde auch pünktlich von einem jungen Mann in Wr. Sportklub-Weste in einen Raum gebeten. (Nicht der Raum der in meiner Terminvereinbarung ausgemacht war, auch nicht der Kontakt, aber egal…das tut nichts zur Sache). Nachdem mir der Sportklubfan mit AMS Hintergrund erklärt hatte dass er seinen ersten Tag habe, allerdings Herr Gravogl – ein langgedienter AMS Mitarbeiter – mit Rat und Tat zur Seite stehen würde, konnte es losgehen. Ein Formular sollte ich ausfüllen. (Hätte ich schon gemacht, wäre es mir online zugesandt worden, aber okay…wenns schon ausgedruckt war, warum unnötig Papier verschwenden?) Auf dem Formular auch die Frage ob ich denn 2014 auch selbstständig gearbeitet hätte. Ich bejahte – schließlich moderier ich ja auch manchmal auf Bühnen, etc… – und das hat einen Stein ins Rollen gebracht, den ich besser ruhen gelassen hätte.
DENN ich darf nicht selbstständig arbeiten UND AMS Geld beziehen. Finde ich einleuchtend, nur hat sich Hr. Gravogl (der Sportklubmann ist ob meines komplizierten Falls bereits gedanklich wieder auf der Friedhofstribüne gewesen) von meiner Aussage „Ich habe keine Aufträge für Mai und Juni und ich werde auch keine annehmen“ nicht überzeugen lassen, sondern meinte: „Na des miass ma jetzt prüfen!“ Meine Frage, was das bedeuten würde, hat er mit „Na sie kommen nach dem Mai wieder und sagen mir was sie selbstständig im Mai verdient haben!“ klar und trotzdem sinnbefreit beantwortet. (Also jetzt glaubt er mir nicht, danach schon – logisch, oder?) Er will sofort dazu übergehen sich mit mir einen Termin Anfang Juni auszumachen, als ich ihn mit folgender – scheinbar völlig irritierenden Frage – aus dem Konzept bringe:

„Suchen wir jetzt einen Job? Ich habe alle meine Zeugnisse mit, alles was ich kann, ich würde eigentlich lieber arbeiten als einen Antrag auf Arbeitslosengeld auszufüllen, vielleicht sparen wir uns damit die ganze Prüfung wenn ich ab Mai schon arbeiten kann?“

Seine Antwort hat mich dann jedoch eher verblüfft: „Nein, heute stell ma einen Antrag, alles Weitere dann im Juni!“

Die Folge, kurz zusammengefasst:

Knapp 1400€ die ich schlussendlich vom AMS bekommen habe (danke) und eine Frage, die ich mir seither immer wieder stelle:

Wieviel Geld wird pro Jahr an eigentlich arbeitswillige Personen ausbezahlt, nur weil die eigenen AMS-Mitarbeiter teilweise arbeitsunwillig sind? Vielleicht bin ich aber – mittlerweile mit dem Job den ich mir erträumt habe – auch ein Einzelfall…

Alles neu macht der Mai

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‚Tag die werte Leserschaft! Jetzt wars lange ruhig, gell? Aber ganz ehrlich: aus Gründen!

Es gab da mal einen Radiosender in Wien für den ich gearbeitet habe…den gibts zwar noch immer, aber nicht mehr mit mir. Details dazu erspar ich Euch und mir und gehe zum spannenderen Teil über: Ich bin wieder hier! Neu, besser, 2.0, schöner, größer, cooler…da!

Bene und Pole

Gemeinsam mit Peter Polevkovits und Alex Scheurer darf ich die Sendung „Guten Morgen Wien“ im Wechsel moderieren. Und das ist auf einer Skala von 1-10 (wenn 1 so mies ist wie die Leistung der Spanier bei der WM und 10 so super wie die neuen Pläne fürs Rapid Stadion) in etwa bei 13,8 angesiedelt! Ich freu mich! Wir hören uns!

 

Amadeus 2014 – Trollen in Abendkleidung

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Gestern Abend is er also verliehen worden…der wichtigste österreichische Musikpreis. Der Amadeus. So wichtig, dass ein nicht kleiner Teil der Sitzplätze leer geblieben ist, dafür die Bar und der Raucherbalkon permanent voll war mit Künstlern die sich sonst immer über mangelnde Beachtung beschweren. So wichtig, dass man ab Showbeginn an der Bar für die sonst freien Getränke zahlen musste, damit eben nicht alle draußen bleiben…so wichtig, dass sich selbst Preisträger aus Österreich  mit einer Videobotschaft aus Graz (!) zuschalten lassen weil sie nicht nach Wien kommen wollen (Zusatz: Gabalier ist auf 3 Tageskreuzfahrt, lassen wir mal gelten). So wichtig, dass manche Radiosender dieses Landes nicht einmal Redakteure für die Veranstaltung abstellen. So wichtig, dass das Hauptgesprächsthema beim Event nicht die Preisträger waren, sondern Elkegate.

Is das nicht absurd?? Da hätte man Grund zu feiern, könnte genießen und was wird getan? Gejammert! Und das sogar von so gut wie jedem Protagonisten der die zweifelhafte Ehre hatte von der Bühne aus in ein Mikrofon zu sprechen. (Früher war alles besser…wir müssen uns ja schon freuen dass es überhaupt noch einen Musikpreis gibt…keine Ahnung wie die Radiolandschaft in Schweden aussieht, aber die schaffen es Weltstars hervorzubringen,…)

Es ist so skurril, dass ein Moderator des – offenbar ja ach so österreichervernachlässigenden – Senders Ö3 mit einem Amadeus als Musikpartner des Jahres ausgezeichnet wird, weil er eine Youtube Playlist mit Moderationsunterbrechungen ins Netz stellt die bald – de facto unter Ausschluss der Öffentlichkeit (nur im Wiener Kabelnetz und das um 23:45) auf dem Wiener Stadt TV-Sender W24 zu sehen sein wird. (Übrigens redaktionell betreut von einer weiteren Ö3 Moderatorin)
Nicht falsch verstehen, als österreichischer Musiker und Medienmensch finde ich diese Idee der Austrozone großartig (habs sogar angeschaut und nicht nur geliked – bei knapp 3000 FB Fans haben das nur – Stand heute 13:10 – 893 gemacht) und bin sogar ein bissl grantig auf den Eberhard weil ich selbst so eine Idee verwirklichen wollte, er war halt schneller und macht das auch wirklich gut, und jede Form der Verbreitungsmöglichkeit für neue Musik ist ausdrücklich zu befürworten! Aber die Kombination aus den beiden Protagonisten Ö3 und Austrozone die sich auf der winzigen Austromusikbühne – zumindest einseitig – bekriegen und hinter den Kulissen die selben Akteure wirken lassen verursacht bei mir einfach nur Kopfschütteln.

Die ganze Veranstaltung gestern im Volkstheater hatte ein bissl was von schmollen in (teilweise) Abendkleidung. Dieses allgemeine Gesudere von Wir hätten doch mehr verdient, man müsste uns nur lassen begleitet die österreichische Musikszene schon viel zu lange.
Würden all diese Anstrengungen in musikalische Energie und Output umgewandelt, die österreichische Musikszene hätte deutlich mehr davon. Stattdessen wird wieder und wieder nach gesetzlichen Quoten gerufen (die btw noch immer nicht möglich ist), nach freiwilliger Selbstverpflichtung etc…wobei völlig vergessen wird dass es dem potenziellen Musikkonsumenten doch absolut egal ist, woher die Musik kommt die er hört.
Ganz im Gegenteil, mit jedem speziellen Hinweis, mit jedem Highlighting, mit jeder Sonderbehandlung wird die Kluft zum Rest noch größer und es wird erst recht eine Sonderstellung erzeugt die man doch zu bekämpfen versucht.

Österreichische Musik ist super. Sie ist genauso schlecht und gut wie Musik aus Deutschland, den USA oder Aserbeidschan. Aber sie hat – IMHO – genau deswegen keine Sonderbehandlung verdient. Weder dass sie ausgeschlossen wird, noch dass sie eine Sendequote bekommt.

Vielleicht ist es meine naive Sichtweise, aber was gut ist, wird sich durchsetzen. Das hat sich auch – zumindest teilweise – gestern beim Amadeus gezeigt. Bei ein paar der wenigen Künstler die nicht permanent jammern, sondern durchgehend hart arbeiten. Und das merkt man… (ab 1:06:30)

Nachsatz vom 20.5.2014:
Leider muss ich das Ende meines Beitrag abändern…gejammert wird nämlich auch dort…